16. Februar 2011: 90-minütige Führung gewährt interessante Einblicke
Modernisierung macht Ausbruch nahezu unmöglich
Nach rund 90 Minuten waren die rund 30 Teilnehmer des WillkommensClubs wieder entlassen. Anders die 229 Häftlinge, die im sogenannten Regelvollzug bis zu zwei Jahre in Hof einsitzen. Wie der Alltag eines Häftlings aussieht, erläuterten der Leitende Regierungsdirektor Dieter Waas und Klaus Grünzner, Leiter des allgemeinen Vollzugsdienstes in Hof bei der Führung durch das Gefängnis. Vom Ankunftsprozedere, der medizinischen Untersuchung, der Zelle eines Häftlings, dem Küchenbereich, Arbeitsplätzen, Besuchsräumen, Sport- und Gemeinschaftsräumen erhielten die Teilnehmer einen tiefen Einblick in das Innenleben und den Ablauf der Anstalt.
Dank Umbauten und Modernisierungsmaßnahmen seien Ausbruchsversuche heute nahezu unmöglich, so die Justizbeamten. Die letzte Flucht gelang schließlich in den 80er-Jahren. Das Hofer Gefängnis ist ganz auf den Regelvollzug ausgerichtet und wurde entsprechend der bayerischen Vorschriften um einen Trakt erweitert, in dem die Arbeitsstätten der Häftlinge untergebracht sind. Dort arbeiten die Insassen zum Teil für renommierte Firmen aus der Automobilzuliefer- oder Textilindustrie, die die hohe Qualität in Hof schätzen.
Zum Ausgleich stehen eine Sporthalle, ein Kraft- und Computerraum sowie eine umfangreiche Bibliothek zur Verfügung. Vergitterte Zellen sucht man in Hof vergeblich, das sei eher in amerikanischen Gefängnissen üblich. In Bayern haben Häftlinge dagegen Anspruch auf „ 8+1" Quadratmeter große Zellen; acht Quadratmeter Wohn- und ein Quadratmeter Sanitärfläche, so die Vorschrift. Gemeinschaftszellen sind entsprechend größer. Auch auf Zeitung müsse nicht verzichtet werden. Trotz des „Komforts" und des der Außenwelt angepassten Lebens, atmeten einige Teilnehmer auf, als sich die Tür nach Draußen wieder öffnete. Herzlichen Dank den Mitarbeitern der JVA für eine sehr beeindruckende und spannende Erfahrung.