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17.02.2012


Buchvorstellung: Schwarzenbacher Chronik

„Aufzeichnungen zur Geschichte von Rehau und Schwarzenbach an der Saale aus dem 18. Jahrhundert von Johann Georg Wunderlich und Georg Wilhelm Sartorius“ - so heißt ein vor kurzem erschienenes Buch, das eine Lücke in der heimatgeschichtlichen Literatur schließt und am 24. Februar 2012 um 19 Uhr im Sitzungssaal des Schwarzenbacher Rathauses vorgestellt wird.


Wunderlich wuchs in bitterarmen Verhältnissen auf. Glückliche Umstände ermöglichten ihm den Besuch des Hofer Gymnasiums, dessen damaliger Rektor, der bedeutende Historiker Paul Daniel Longolius, wohl sein Interesse für die Geschichtsforschung geweckt hat. Nach dem Theologiestudium zunächst Hilfsprediger und Vikar, wurde er später Pfarrer in Zell und wirkte schließlich von 1781 bis zu seinem Tod 1802 als Superintendent in Wunsiedel. Als anerkannter und eifriger Geschichtsforscher schrieb er viele Geschichtsquellen ab, die heute im Original nicht mehr vorhanden sind und deren einstiger Inhalt oft nur durch seine Abschriften zu erschließen ist. Es grenzt an ein Wunder, dass er 1758 im Rehauer Rathaus ausgerechnet die Urkunden wörtlich abschrieb, die 1763 dort verbrannten.


Ebenfalls im Original verschollen ist eine „Sammlung der vornehmsten Geschichte von Schwarzenbach an der Saal und den dahin gehörigen Orten, wie solche zur Zeit des Pfarrers Georg Wilhelm Sartori hat geschehen können. 1753“. Wunderlichs Abschrift dieser Darstellung bildet zusammen mit seinen Rehauer Aufzeichnungen den Band XI der „Collectanea et Miscellanea ad Historiam Patriae“ und ist im Stadtarchiv Wunsiedel aufbewahrt.


Sartorius war von 1750 bis zu seinem Tod 1762 Pfarrer in Schwarzenbach. Der nach seinem Selbstzeugnis „große Liebhaber“ der vaterländischen Geschichte hat viele Nachrichten über geschichtliche Ereignisse in Schwarzenbach, über die Rittergutsherrschaft und die eingepfarrten Dörfer sowie über Geistliche und Lehrer gesammelt.


Beide Manuskripte wurden erst in den 1960er Jahren wieder entdeckt und in Teilen von Geschichtsforschern ausgewertet. Nun haben Dieter Arzberger und Bruno Hager die handschriftlichen Texte vollständig übertragen, mit Anmerkungen und einem umfangreichen Register versehen und als Buch herausgebracht. Es ist im Verlag Gisela Arzberger, Selb, erschienen, umfasst 534 Seiten und kostet 18,50 Euro.


Alle an der Heimatgeschichte Interessierten sind eingeladen, der Präsentation am Freitag abend beizuwohnen. Die Bearbeiter werden dort das Buch vorstellen und auch über die Bedeutung der beiden Sammlungen für die spätere Geschichtsschreibung informieren.

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