Das Geschäftsjahr 2011 war für die Sandler AG erneut sehr erfolgreich. Der Umsatz hat sich im Vergleich zum Vorjahr um weitere 37 Millionen Euro auf 240 Millionen Euro erhöht. Damit wurde die positive Entwicklung fortgesetzt, mit der das Unternehmen in den letzten fünf Jahren seinen Umsatz von damals 112 Millionen Euro mehr als verdoppelt hat.
Ausschlaggebend dafür waren Investitionen, vor allem in Produktionsanlagen, sowie die Erschließung neuer Anwendungsfelder und Märkte. In den letzten fünf Jahren hat der Vliesstoffproduzent über 60 Millionen Euro investiert. Anfang des vergangenen Jahres wurde eine Vliesstoffanlage im neuen Werk 4 in Betrieb genommen. Sandler verfügt über den größten Produktionsstandort für Vliesstoffe in Europa. Gemessen an den Umsätzen 2010 ist die Sandler AG zum zehntgrößten Vliesstoffhersteller weltweit aufgestiegen. Das Unternehmen liefert ein sehr breites Sortiment unterschiedlichster Vliesstoffe mit sehr vielfältigen Anwendungen in den Marktsegmenten Hygiene, Wipes, Automobil, Filtration, Technik und Heimtextil, deren Umsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter angestiegen sind.
Dieser Unternehmenserfolg ist vor allem den qualifizierten und motivierten Beschäftigten zu verdanken. Ihre Zahl ist in den letzten fünf Jahren von 460 auf 550 gestiegen. Langjährige Mitarbeiter, die das Unternehmen und die Produkte genau kennen, geben ihre Erfahrung an die jungen Kollegen weiter und profitieren gleichzeitig selbst von deren neuen Ideen und Herangehensweisen. So wird Teamarbeit bei der Sandler AG großgeschrieben. Mitarbeiter aus allen Bereichen arbeiten gemeinsam erfolgreich an der Lösung vielfältiger Aufgaben und dank flacher Hierarchien und kurzer Entscheidungswege können Innovationen schnellstmöglich umgesetzt werden. Durch die Ausbildung von Schul- und Hochschulabsolventen sowie eine systematische und kontinuierliche Weiterbildung der Beschäftigten kann man den Herausforderungen von Absatz- und Beschaffungsmärkten und Wettbewerbern erfolgreich begegnen.
Die Sandler AG plant auch in der Zukunft weitere Investitionen in neue innovative Produktionsanlagen, in Informations- und Kommunikationstechnologie sowie in die Erschließung neuer Märkte. Mit einem Exportanteil von 60 Prozent liefert das Unternehmen hochwertige Vliesstoffe in die ganze Welt und erschließt derzeit den Absatzmarkt in Indien. Dank des an der Hochschule Hof angesiedelten Bayerisch-Indischen Zentrums konnten sehr schnell die erforderlichen Kontakte hergestellt werden.
Die konsequente Beobachtung bestehender und neuer Trends in den Absatzmärkten und die Identifikation neuer Einsatzmöglichkeiten für unterschiedliche Bereiche sind die Ausgangspunkte eines permanenten Innovationsprozesses für Vliesstoffe. Die zielgerichtete, systematische Entwicklung neuer Produkte und Verfahrenstechnologien ist eine wichtige Voraussetzung, um die Herausforderungen der immer schnelleren Veränderungsprozesse bei innovativen Anwendungsgebieten zu meistern.
Mit dem Umsatz steigen auch die Herausforderungen an die Logistik; monatlich werden über 1500 Lastzüge be- oder entladen. Die anteilige Verlagerung der Transporte von der Straße auf die Schiene ist ein wichtiges Ziel des Unternehmens. So wird das Containerterminal Hof bereits genutzt, um Rohstoffe von Hamburg hierher bzw. Fertigwaren in die Hafenstadt zu transportieren. Transporte nach Südeuropa werden derzeit noch über die Straße abgewickelt. Hier könnte die geplante Elektrifizierung der Bahn von Hof nach Regensburg die Chance für mehr Containerverladungen auf die Schiene erhöhen. Auch wäre der Einsatz der neuen Großraumlastzüge (Giga-Liner) ein großer Vorteil, da diese bei gleichem Transportvolumen eine um bis zu 30 Prozent günstigere Ökobilanz als die bisher eingesetzten Lkw haben. Seit Januar läuft dazu in Deutschland ein Feldversuch; allerdings werden durch die Weigerung einiger Bundesländer, die Durchfahrt solcher Lastzüge zu erlauben, die Einsatzmöglichkeiten deutlich eingeschränkt.
Mit dem Thema Nachhaltigkeit befasst sich das Unternehmen unter anderem bei der Entwicklung und dem Vertrieb umweltfreundlicher Vliesstoffprodukte. So werden vor allem für den Einsatzbereich Feuchttuchsubstrate Viskosefasern verarbeitet, die mit den Ökosiegeln PEFC oder FSC® zertifiziert sind, also in nachhaltiger Forstwirtschaft ihren Ursprung haben. Aus diesen Rohstoffen wird ein neuartiges, zu 100 Prozent biologisch abbaubares Bio-Tuchsubstrat produziert. Darüber hinaus bietet das Unternehmen Spezialvliesstoffe aus Fasern basierend auf Milchsäure an, die biologisch abbaubar sind. In zunehmendem Maße werden Polyesterfasern verarbeitet, die aus recycelten PET-Flaschen hergestellt wurden. Sandler produziert 100 Prozent recyclingfähige Schalldämmstoffe für den Fahrzeugbau oder Haushaltsgeräte, ebenso wie Spezialvliese für die Rohrisolation, Pufferspeicher oder Dämmmatten für die Dachisolation. Hinzu kommt ein breites Sortiment an Filtervliesstoffen für Luft- und Flüssigkeitsfiltration, beispielsweise zur Trennung von Kraftstoff und Wasser sowie für Klimaanlagen und Lüftungsanlagen, die auch in Niedrigenergiehäusern eingesetzt werden.
Heute werden die Industrieunternehmen aufgefordert, ein Managementsystem zur Energieeinsparung einzuführen. Die Sandler AG hat neben dem Umweltmanagement, Sicherheitsmanagement, Qualitätsmanagement und Gesundheitsmanagement schon vor einigen Jahren ein solches Energiemanagement eingeführt. Dabei werden in allen Bereichen des Unternehmens Energieverbräuche kritisch überprüft, Einsparungsmöglichkeiten ermittelt und realisiert sowie Technologien zur Energierückgewinnung eingesetzt.
Das Führungsteam der Sandler AG ist sich der größer werdenden Verantwortung für das in den vergangenen Jahren schnell gewachsene Unternehmen bewusst. Auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2012 besonders im Hinblick auf die Schuldenkrise sowie Rohstoffpreis- und Währungskursschwankungen als schwer vorauszusehen ist. Ausgehend von den sehr guten Ergebnissen des vergangenen Jahres sehen die Vorstände und Bereichsleiter der Sandler AG optimistisch in die Zukunft.